Jahreshauptversammlung 2025 der NVSG Geiss-Nidda
Zum Auftakt der diesjährigen Jahreshauptversammlung am Samstag, den 15. März 2025, hielt der leidenschaftliche Naturfotograf und engagierte Naturschützer Eric Fischer einen hervorragenden Vortrag über „Greifvögel – Faszination und Funktion in der Natur“. Eric Fischer ist langjähriger Vorsitzender der NABU-Gruppe Laubach und verfügt somit über fundierte Kenntnisse der heimischen Greifvögel. Vier davon hatte er sich ausgesucht, um die zahlreich erschienenen Interessenten mit Informationen, Geschichten und Bildern zu beeindrucken. Mäusebussard und Rotmilan sind allen Geiss-Niddaern aus eigener Anschauung wohlbekannt, Brüten doch beide Greifvogelarten in der Gemarkung und lassen sich häufig am Himmel blicken wenn sie über ihre Reviere patrouillieren. Auch der Wanderfalke brütet in der Wetterau und wenn man Glück hat, so kann man ihn ab und zu beim Überflug erspähen. Der Seeadler, als der größte der vier ausgewählten Greife, ist ein ausgesprochen seltener Gast in der Wetterau, denn er lebt vorwiegend in Küstennähe. Fischer erläuterte die Funktion der Vögel, die in der Natur eine wichtige regulatorische Rolle als Prädatoren einnehmen. Die Natur strebt immer ein Gleichgewicht an, sie sorgt immer dafür, dass keine Art sich übermäßig vermehren kann. Am Beispiel des Mäusebussards, der überwiegend von Mäusen lebt, wird dies einleuchtend erklärt. Auch wenn unsere heimischen Greife heute nicht mehr gejagt werden dürfen, sind sie noch immer großen Bedrohungen ausgesetzt, sei es durch Gifteinsatz gegen ihre Beutetiere, sei es durch Zerstörung ihres Lebensraumes. Wer einmal die Schönheit dieser Vögel erlebt hat, vermittelt durch so exzellente Fotos wie die von Eric Fischer, sei es durch eigenes Erleben in der Natur, kann sich ihrer Faszination wohl kaum entziehen.
Im Anschluss an die Präsentation hielt die Vorsitzende, Karin Seum, ihren Jahresbericht. Der Rückblick machte deutlich wie viele Aufgaben die NVSG auch im Jahr 2024 bewältigt hat. Viele Arbeiten sind für alle Bewohnerinnen und Bewohner Geiss-Niddas unmittelbar zu erkennen, so z.B. die Heckenpflege und die neu gepflanzten Bäume der Aktion „50 Bäume für Geiss-Nidda“. Maßnahmen für den Vogelschutz wie Nistkastenkontrolle und -säuberung, Beringung der Steinkäuze in der Gemarkung, Winterfütterung der Standvögel, all diese Aufgaben kehren jährlich wieder, erfordern viele Stunden Arbeitseinsatz und zahlen sich nur durch die Kontinuität aus. Der Lohn ist ein vielfältiger Besatz der Gemarkung mit einheimischen Vögeln. So können mindestens 35 Brutvogelarten als gesichert gelten und 15 als wahrscheinlich, darunter so bedrohte wie Gartenrotschwanz, Steinkauz, Bluthänfling und Schleiereule.
Schwierig ist die Lage der Amphibien. Seit vielen Jahren hat die NVSG den Schutzzaun an den Rohrwiesenteichen betreut. Durch Baumstürze und diverse andere Vorkommen wurde der Amphibienschutzzaun erheblich beschädigt. Gleichzeitig ist ein deutlicher Rückgang der Wanderungsbewegungen zu verzeichnen. Einer der Hauptgründe dürfte der Klimawandel sein. Deshalb wurde für die Wanderung 2025 die Betreuung zunächst vorläufig eingestellt. Das Aufkommen soll beobachtet werden, um dann zu einer Neueinschätzung zu kommen.
Im abgelaufenen Jahr konnte die Kinder- und Jugendarbeit erfolgreich fortgesetzt werden. Insgesamt fanden wieder sechs Aktivitäten statt, darunter auch das zweitägige Sommercamp auf der Streuobstwiese am Rand des Dorfes.
Der Mitgliederstamm der NVSG zeichnet sich durch Beständigkeit und Langjährigkeit aus. So konnte die Vorsitzende mehrere Mitglieder für 10-jährige bzw. 25-jährige Mitgliedschaft ehren. Zur Verstärkung des Vorstandes wurden zwei neue Mitglieder gewählt. Die Finanzen des Vereins sind aufgrund einiger kostenintensiver Aktionen leicht rückläufig aber solide. Nach den Berichten wurde der Vorstand entlastet So können alle zuversichtlich in ein neues Arbeitsjahr starten.
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